Ausfahrt vom 05.09. - 13.09.2020 in Coronazeiten rund um Österreich
Unsere diesjährige Herbstausfahrt sollte nach Lyon gehen.
Da dieses Jahr auf Grund von Covid19 so viel eingeschränkt wurde, haben wir auch diese Reise abgeändert, und machten eine Österreich-Tour.
1 Tag: Abfahrt sollte um 7.00 h bei der BP Tankstelle Hohenems sein. Und wer hat verschlafen
Friederike und Reinhold. Sie kamen zwar um 7.00 h bei der Tankstelle an, aber bis alles erledigt war, sind wir mit 10 Minuten Verspätung Richtung Arlberg losgefahren. Da unser üblicher Guide Heinz leider nicht mitfahren konnte, wurde von Reinhard jeden Tag ein anderer Vorfahrer eingeteilt. Voraussetzung war, ein funktionierendes Navi und das Vertrauen der anderen . Heute hatte es Gerhard getroffen. Dem fuhren wir Anfangs mit einem mulmigen Gefühl hinterher. Wer ihn kennt, weiß, dass er ab und zu andere Wege zum Ziel findet. (vorab: es ging alles gut :) ) Also Autobahn bis Telfs, dann Richtung Seefeld im Tirol. Unsere erste Kaffeepause stand an. Da ja zwei verschlafen hatten, ging diese Runde auf Reinhold. Bei herrlichem Sonnenschein ging es weiter Richtung Mitterwald. Dann über die Mautstraße an der Isar vorbei nach Vorderriss. Am Sylvenstein-Stausee wurden ein paar Fotos geschossen bis es weiter an den Tegernsee und Schliersee ging. Nach einem kleinen Mittagessen fuhren wir wieder weiter Richtung Bayrischzell, Kufstein, Walchsee, Ruhpolding, Berchtesgaden um dann nach 428km in Hallein anzukommen. Im Stadthotel Hafnerwirt hatten wir unsere erste Übernachtung. Durch Insiderwissen (Reinhard) hatten wir unser Abendessen im unteren Teil des Hotels bei einem Mexikaner eingenommen. Dort lernten wir auch seinen Sohn Michael kennen, der in Hallein wohnt. Es war hervorragend. Alles wurde ausgegessen, auch dank Gerhard. Da ein Eis ja immer geht, ging es danach zu Fuß (zum Leidwesen von Reini) in die Altstadt (8 Min.) von Hallein, in eine Eisdiele. Die dort bestellten Eisbecher übertrafen all unsere Vorstellungen. Es waren sehr große Eisbecher und schmeckten lecker. Zwei von uns allen waren sie zu groß. Ja und was sagt man, wenn man nicht alles ausisst – das Wetter wird schlecht und so sollte es auch kommen.
2. Tag: Um 9.00 h haben wir Hallein im Regen verlassen. Unser Guide für diesen Tag war Anton. Die Fahrt ging Abseits der Hauptrouten Richtung Salzburg, dann Richtung Mondsee und wieder quer durch das „Gemüse“ vorbei am Irrsee über Mattighofen nach Braunau am Inn. In Ort im Innkreis machten wir dann einen kurzen Kaffeestopp. Reini und Friederike nutzten den Stopp um den Sprechfunk wieder zum Laufen zu bringen. Von da an ging es ohne Regenkombi weiter Richtung Schärding und wieder Querfeldein nach Oepping. Auf dem Parkplatz des Gasthauses „Grill“ angekommen, meinte dem Franz seine Guzzi, „die linke Seitentasche habe ich jetzt lange genug durch die Gegend gefahren, ich werfe sie jetzt ab“ . Es ist ihm bei der Halterung eine Schraube abgebrochen. Von nun an hatte Franz einen „Beifahrer“. Dank Reinhard konnte Franz seine Seitentasche auf dem Beifahrersitz fest zurren. Gestärkt nach einem Imbiss fuhren wir weiter nach Freistadt. Die letzten 5 km hat es uns leider noch ein wenig verregnet. Im Hotel „Zum Goldenen Hirschen“ waren wir für die nächsten 2 Nächte einquartiert. Tagesetappe 355 km.
3. Tag: Die heutige Fahrt war eine Rundtour. Friederike übernahm für diesen Tag die Führung. Bei leicht feuchten Straßen ging es los. Ein Güterweg folgte dem nächsten. Kein Verkehr einfach super. Bis uns eine Straßensperre ein wenig aufhielt. Die Umleitung war leider nicht sehr gut ausgeschildert und das Navi wollte einfach die gesperrte Straße fahren. Aber auch dies hatten wir hinter uns gelassen und hatten uns einfach an den Kurven erfreut. Zur Mittagszeit waren wir in Heidenreichstein. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter nach Pfaffenschlag, Kirchberg am Walde, Allensteig, Rastenfeld, Zwettl, Rappotenstein, Aresbach, wieder in die Hügel von Oberösterreich nach Liebenau, Unterweißenbach, Weitersfelden nach Freistadt. Ab 15.00 h meinte es der Wettergott nicht mehr so gut mit uns und wir mussten das Regenkombi wieder anziehen. Aber Gott sei Dank, waren es nicht viele Kilometer die wir im Nassen fahren mussten. Gesamt waren es an diesem Tag 310 km.
4. Tag: Für unseren heutigen Tag stand wieder ein Hotelwechsel an. Also ging es um 8.45 h in Freistadt bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel los. Die ausgesuchte Strecke von Reinhard, der heute auch unser Guide war, führte uns wieder auf einsamen Straßen, tollen Kurven bis nach Laa an der Thaya. Bei unserem ersten Stopp in Dimbach hatten wir eine Szene mit einem Autofahrer zu besprechen. Es gibt einfach Typen die gehören nicht in den Straßenverkehr ! Weiter ging es nach einem Kaffee nach Schloss Ottenstein. Dort bekamen wir durch den Hausmeister eine kleine geschichtliche Erzählung zu dem Schloss. Da dieses leider nicht bewirtschaftet war, machten wir gleich nach der Weiterfahrt eine Mittagspause. Gut gestärkt fuhren wir wieder in der Botanik kreuz und quer bis an unser Ziel in Laa an der Thaya. Es wurden heute 333 km gefahren. Unsere Unterkunft war nicht im Zentrum, so bestellten wir ein Taxi und ließen uns zum Abendessen in unseren Gasthof chauffieren. Wie immer in Österreich, haben wir gut gespeist. Danach ging es wieder in die Pension retour und wir träumten schon von den nächsten Tagen.
5. Tag: Anton führte uns am 5 Tag bravurös in die Steiermark. Man glaubt es kaum, aber wir fanden noch mehr Kurven und die gehörten nur uns :) . Es ging von Laa an der Thaya nach Göllersdorf, Tulln an der Donau und Fahrafeld. Hier nahmen wir unseren üblichen Morgenkaffee ein. Die Kellner leben dort ein wenig gefährlich, da der Gastgarten über der Straße liegt. Weiter Richtung Kalte Kuchel, durch das Höllental. Da wir zeitlich sehr gut vorankamen, machten wir nochmals eine Pause in Ratten. Bei der Abfahrt wollte ein Motorrad noch eine kleine Pause machen und hat sich im Stand niedergelegt. Gerhard konnte alles wieder so hinbiegen, dass Monika weiterfahren konnte. Bei der Reparatur kam zufälligerweise auch noch Charly auf seiner KTM an uns vorbei . Nach ein paar Worten fuhr er weiter nach Köflach und wir nach Bruck an der Mur. An diesem Tag fuhren wir 353 km bis zu unserem Tagesziel.
6. Tag: war zur freien Verfügung gedacht. Die einen mussten einen neuen Reifen aufziehen, andere nützen den Tag um Verwandte zu Besuchen oder einfach einen Spaziergang zu machen. Am Abend ging es dann gemeinsam in eine Pizzeria.
7. Tag: Heute ging es wieder auf eine Rundtour. Von Bruck aus fuhren wir Richtung Thörl, Turnau nach Gußwerk. Von dort aus ging es dann in die Wildalpen. Bei der Wasserloch Klamm gab es das zweite Frühstück. Friederike und Reini genossen statt einem Kaffee schon einen Eiskaffee, der war lecker. Weiter nach Göstling, Lunz am See, Zellrain, Erlaufsee, Puchstuben. In Frankenfels gab es dann noch ein leckeres Süppchen. Weiter Richtung Türnitz, Annaberg, Kalte Kuchl wieder durchs Höllental, Preiner Gscheid. Reinhard, unser Guide heute, führte uns so zügig durch die Straßen, dass wir am Preiner Gscheid noch eine Kaffeepause einlegten. Diese wurde dann von Friederike übernommen, sodass auch Sie ihre Runde für das Verschlafen am ersten Tag bezahlt hatte. Von hier aus ging es fast auf dem direkten Weg nach Bruck an der Mur. 376 km wurden an diesem Tag gefahren.
8. Tag: Langsam aber sicher, ging es wieder in den Westen von Österreich. Friederike führte die heutige Gruppe von Bruck an der Mur nach Schladming. Da unser Clubmitglied Charly zurzeit in Köflach sich aufhielt, planten wir unsere Kaffeepause bei Ihm im Garten ein. Also ging es am Anfang relativ direkt auf der Autobahn Richtung Peggau. Dann war es aber auch schon wieder genug mit geraden Straßen und wir fuhren über den Stübinggraben, Kohlschwarz, Bärnbach nach Köflach. Da uns Ingrid schon auf der Hauptstraße sah, fuhr uns Charly entgegen und führte uns zu seinem Anwesen. Charly und Ingrid hatten schon alles nett vorbereitet und wir hatten eine gemütliche Kaffeepause in seinem Garten. Es gab auch noch eine kleine Führung durch sein neues Reich, dass er ab 2021 wieder seine neue alte Heimat nennt. Frisch gestärkt fuhr Charly noch mit aufs „Gaberl“. Es ging jedoch nicht die schöne, kurvige, geteerte Strecke rauf, nein eine Schotterpiste pro Tag sollte es schon sein. Monika Augen zu! Oder lieber doch nicht, und durch. Über Maria Lankowitz, Kematberg, zum alten Almhaus, ging es dann zum Gaberl. Von da an wieder nur herrliche Kurven über Judenburg, Scheifling, Neumarkt in der Stmk., Grades, Metnitz, Glödnitz, Hochrindel auf die Turracherhöhe. Weiter Richtung Murau und über den Sölkpass nach Schladming in unser letztes Hotel. 367 km waren es heute wieder.
9. Tag: Gerhard führte unsere Truppe an unserem letzten Tag wieder an. Somit hatte er noch eine Chanche den Rest der Truppe abzuschütteln. Gut gestärkt vom Frühstück ging es um 8.45 h Richtung Heimat. Über Radstadt, Wagrain, Bischofshofen fuhren wir über den Hochkönig, Dietener Sattel nach Saalfelden. Dann über Hochfilzen, Fieberbrunn nach St. Johann im Tirol. Da wir noch zu wenig Kilometer in dieser Woche gefahren sind, ging es nicht direkt ins Ländle, nein wir machten noch eine Kurve über den Pass Thurn nach Mittersill. Vor dem Rathaus war ein gemütliches Cafe, wo wir noch Station gemacht haben. Danach ging es über die alte Gerlos Straße ins Zillertal. Wir kamen zeitlich so gut voran, dass wir bei unserem Tankstopp in Hall im Tirol besprochen haben, dass wir uns gleich noch was zu Mittag gönnen. Ja daraus sollte nichts werden. Nach ca. 5 km war die erste Rauchwolke aus einer BMW zu sehen. Ein paar Meter weiter noch mehr Rauch und ein paar Bocksprünge einer BMW, dann war es aus! Die zweite BMW kam noch etwas weiter. Aber auch dort gingen dann die Lampen aus! Wir ahnten schon Schlimmes. Nach dem Gerhard einen „Benzintest“ mit dem Finger machte, stellte es sich heraus, dass in zwei BMWs Diesel im Tank war – nicht der Tiger! Zu unserem Glück war ganz in unserer Nähe eine Tankstelle und so wurden diese zwei Motorräder dorthin geschoben. Jetzt gab es für Gerhard kein Mittagessen mit Getränk, sondern Diesel im Schlauch. Mit Hilfe des Tankstellenpersonals wurden zwei Kanister und ein Schlauch besorgt und Gerhard konnte frisch ans Werk gehen. Beide Tanks wurden entleert und wieder mit Benzin gefüllt. Beim Versuch die Motorräder zu starten wurde nur die Starterbatterie fast geleert aber keines der Motorräder machte größere Anstalten das sie wieder laufen möchten. Also wurde abgemacht, dass die Motorräder nach Innsbruck abgeschleppt werden und Gerhard und Monika in Innsbruck übernachten. Nach Auskunft des ÖAMTC‘ sollte dies etwa 1 bis 1 ½ Stunden dauern. Also verabschiedeten wir uns von Ihnen und fuhren weiter nach Hause. Somit hatte es Gerhard doch noch geschafft und er hatte seine Truppe abgeschüttelt. Da unser Mittagessen ausgefallen war, fuhren noch 4 in die Pizzeria nach Hohenems. Per Whats App erkundigten wir uns bei Monika, wie es ihnen gehe. Zu unserer Freude schrieb Sie, dass sie auch wieder zu Hause sind. Gerhard hatte noch eine zündende Idee. Er besorgte sich einen Motorstarthilfe Spray. Dies an der richtigen Stelle eingesprüht, damit bekam er beide Motorräder doch noch zum Laufen. Nachdem die ganze Tankstelle eingenebelt war, konnten auch sie die Heimreise wieder aufnehmen. Und so kamen doch noch alle am gleichen Tag, glücklich, und ca. 3000 km später wieder zu Hause an.
Fazit der Reise: Wir hatten ausgesprochen herrliches Superwetter, schöne Kurven, wenig Verkehr und viel zu lachen. Nach der letzten „Diesel“ Aktion von Gerhard wird der Gesprächsstoff noch lange anhalten.
Unseren Tourguides und unserem Routenplaner Reinhard einen herzlichen Dank.
Ebenso einen Dank an Friederike für die Reisezusammenfassung.
Wir kamen alle wieder gut und Unfallfrei nach ca. 2991km zu Hause an.
Teilnehmer: Franz, Friederike, Reinhard, Anton, Reinhold, Dietmar Braun, Harald, Monika, Gerhard
9 Motorräder
Gesamtlänge: 1:17:52
Die angezeigten Tracks (alle 8 gefahrenen Tage) sind nicht "Fehlerbereinigt", damit meine ich, dass die "Verfahrer" nicht entfernt wurden.
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