IDM Saisonhighlight auf dem Schleizer Dreieck … leider nicht für mich
Nach den großen Fortschritten auf dem Nürburgring reisten wir höchst motiviert, nur wenige Tage später nach Schleiz. Der legendäre Straßenkurs lockte wie immer viele Zuschauer an und versprach ein tolles Event zu werden.
Mit breiter Brust starteten wir in die freien Trainings. Ich kam von Anfang an gut zurecht und der Trend vom Nürburgring schien sich zu bestätigen. Rang 6 in FP1. Das Bike stand gut da und ich fühlte mich sehr wohl. Das einzige Manko war die Wendigkeit. In Schleiz gibt es sehr viele Richtungswechsel bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h, was mit der BMW generell schon schwierig ist. Sie ist zwar sehr stabil, aber dafür nicht so wendig, wie andere Fabrikate. Bei den Temperaturen von über 35° war das wirklich harte Arbeit! Doch mein Team machte einen guten Job und so konnten wir die Wendigkeit verbessern und steigerten uns mit jeder Session. Wir waren in allen drei Trainings nie schlechter als 6. Und immer voll in der Kampfgruppe ums Podium dabei. Das war sehr wichtiger Schritt für uns, da sich zeigte, dass der 5. Rang vom Nürburgring nicht nur eine Eintagsfliege war.
Somit starteten wir mit voller Motivation in die Qualifyings am Samstag. Bei erneut fantastischem Wetter ging es am Vormittag mit Q1 los. Ich fuhr gleich eine anständige Runde, hatte aber noch nicht die Perfekte erwischt. Nach einem kurzen Boxenstopp gelang es mir dann besser und ich fuhr auf die dritte Position! Für eine erneute Verbesserung reichte es im weiteren Verlauf des Qualifyings nicht mehr und somit beendete ich die Session auf Platz 5. Die Abstände waren wieder sehr gering und somit konnte sich noch niemand seiner Startposition sicher sein. In Q2 startete ich mit einer Granatenrunde! Dachte ich zumindest. Als ich auf den Laptimer sah, stand dort allerdings eine eher ernüchternde, langsamere Rundenzeit. Ich pushte so hart ich konnte, aber wurde nicht mehr schneller. Durch die höheren Temperaturen war das Grip-Niveau nicht mehr so gut, wie am Vormittag. Somit fühlte ich mich der 5. Startposition schon relativ sicher. Wie das in dieser Klasse aber eben so ist, fanden zwei Fahrer tatsächlich noch die entscheidende Zehntelsekunde und verdrängten mich ganz knapp auf Rang 7. Das ärgerte mich natürlich ein bisschen, trotzdem war es eine gute Ausgangsposition für das erste Rennen.
Eigentlich hatten wir das ganze Wochenende mit einem Regenrennen gerechnet, da die Wettervorhersage eher schlecht aussah. Aber der Regen blieb vorerst aus und so starteten wir in ein Trockenrennen. Beim Start kam ich nicht besonders gut weg und fiel dabei auf Rang 9 zurück. Nach ein paar Runden hatte sich alles sortiert und unsere Kampfgruppe ums Podium zog sich bereits etwas auseinander. Ich haushaltete etwas mit den Kräften, sowie den Reifen, um am Schluss noch ein Ass im Ärmel zu haben. Doch das Rennen war ziemlich zäh. Jeder hatte seine Position und ein wenig Abstand zum Vordermann. In Runde 12 attackierte mich mein Hintermann beim Anbremsen auf die letzte Schikane. Wir bremsten nebeneinander an und plötzlich zieht er ganz nach außen. Ich versuchte noch ihm auszuweichen, aber er fuhr mir in die Seitenverkleidung und drängte mich von der Strecke. Ich konnte im Gras nicht mehr genügend Verzögern und musste vom Bike springen, da die Bande sehr schnell näher kam. Nach einem heftigen Aufprall musste ich erst einmal ein paar Sekunden um Luft ringen. Als ich dann wieder einigermaßen fit war und mich aufraffte, merkte ich gleich, dass die rechte Schulter etwas abbekommen hatte. Der Notarzt vor Ort meinte es ist entweder eine Gelenksprengung oder die Bänder. Anschließend fuhren wir gleich nach Hause, um dort ins Krankenhaus zu gehen, falls eine Operation nötig sein sollte. Tja, das wars leider mit dem Rennwochenende. Null Punkte und eine Verletzung aufgrund einer leichtsinnigen Aktion eines Konkurrenten. Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich nicht gerade begeistert.
Diagnose: Es handelte sich zum Glück lediglich um eine Bänderzerrung und bedarf keiner Operation. Bei meinem Physiotherapeuten bin ich in guten Händen und mache bereits große Fortschritte. Die Schulter wird langsam wieder mobil und schon leicht belastbar. Das nächste Rennen in Most werde ich trotzdem auslassen müssen, da es mir in diesem Zustand nicht möglich ist, ein Superbike zu bewegen. Anschließend haben wir zum Glück fast einen Monat Sommerpause. Ich werde die Zeit nutzen, um die Schulter wieder ganz sauber hinzubiegen, denn zu schnell zu viel Belastung ist oft kontraproduktiv. Ich bin aber zuversichtlich, beim übernächsten Lauf, Anfang September in Assen wieder 1000.000000it zu sein und dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe. Ich halte euch auf dem Laufenden!
