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3+4. ADAC Junior Cup Hungaroring + Sachsenring

Vom 3.7. – 5.7. 2015 fand das dritte Rennen der Saison auf dem Hungaroring statt. Das war die weiteste Anreise für uns mit einer Strecke von 950 km. Dann wurden wir noch mitten durch Budapest geleitet, was zwar schön, aber durchaus auch stressig war.

 

Hitzeschlacht auf dem Hungaroring

Auf jeden Fall kamen wir am Donnerstagabend bei angenehmen 25° an, wobei wir wussten, dass uns eine Hitzeschlacht bei 35° bevorsteht. Ich habe mir für dieses Wochenende viel vorgenommen, da das Letzte am Nürburgring aufgrund einer Krankheit sehr enttäuschend war. Am Freitagmorgen füllte sich das Fahrerlager langsam und es wurde richtig heiß. Zum Glück hatten wir dauernd eine leichte Brise, so wurde es erträglich. Ich ging meinen Plan noch mehrmals durch und Mechaniker Martin machte die KTM „ready to race“.

Um 15:30 Uhr begann unser freies Training und ich kam gleich gut mit der Strecke zurecht. Nachdem ich ein paar schnelle Runden gefahren hatte, kam ich in die Box, nahm einen Schluck Wasser und analysierte kurz, wo ich noch Potenziale habe. Zu diesem Zeitpunkt lag ich auf Platz 15. Ich fuhr nochmal raus und wollte richtig pushen. Dann hatte ich allerdings fast in jeder Runde Verkehr und brachte keine schnelle Runde zusammen. Doch in der letzten Runde konnte ich mich nochmal um 11/2 Sekunden verbessern. Allerdings taten das die anderen auch und ich landete am Ende auf Platz 17. Im Nachhinein sah ich noch viel Potenzial und schmiedete gleich einen Plan für das Qualifying.

Wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend bei wieder angenehmen Temperaturen und ich ging dann zeitig schlafen.

Am nächsten Morgen bereitete ich mich so gut ich konnte auf das Quali vor und es begann um Punkt 12 Uhr. Ich fuhr mit großer Motivation raus und gab gleich Vollgas. Ich dachte dass ich sehr schnell bin, da ich in jeder Kurve mit meinem Bike kämpfte und ich auch ein paar heftige Slides hingelegt habe.

Als ich nachher allerdings auf den Zeitenzettel schaute, sah ich dass ich nur 22. war! Nachdem ich nicht mehr groß wusste, wie ich schneller fahren sollte, weil ich eigentlich in jeder Kurve am Limit war, stellten wir fest, dass das Fahrwerk komplett verstellt wurde, als die Gabeln beim Service waren. Ich hatte also wieder Hoffnung und bereitete mich auf das zweite Quali vor. Es begann um 16:20 Uhr. Ich fuhr gleich wieder Vollgas und das Fahrwerk fühlte sich gleich viel besser an. Allerdings konnte ich mich nur um eine halbe Sekunde steigern und blieb auf Platz 22. Jetzt war ich mit meinem Latein wirklich am Ende. Ich konnte mir einfach nicht erklären, wieso ich so weit hinten bin und was ich denn grob falsch mache. Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt hatte machte ich mir einen feinen Abend und beschloss mich nicht zu ärgern, sondern im Rennen einfach nochmal das Beste rauzuholen und 120u fahren.

So machte ich es auch und legte im Rennen gleich einen super Start hin und überholte ein paar Konkurrenten. Ich hängte mich an die Gruppe vor mir ran und packte alles aus! Aber ich konnte einfach nicht mithalten. Aber mir fiel auf, dass ich auf den Geraden immer weit zurückfiel und im kurvenreichen Sektor wieder aufholte. Dann überholte mich noch jemand ich blieb mit aller Kraft dran. Die letzte Runde brach an und ich wusste, wo ich ihn überholen müsse, da ich auf der Gerade keine Chance habe. Ich gab in der letzten Runde nochmal alles und rutschte permanent über beide Räder! Ich war ganz nah dran und setze in der zweitletzten Kurve zum Überholen an. Doch wir waren beide am letzten Zacken auf der Bremse. Ich konnte nicht reinstechen, denn dann wären wir beide ziemlich sicher gestürzt. So beendete ich das Rennen auf Platz 15 und holte meinen ersten Punkt.

Leistungsdefizit?

Wir waren schon vorher draufgekommen, dass ich auf den Geraden immer weit zurückfalle, aber am Hungaroring war es extrem. So fuhren wir am Montagmorgen auf einen Prüfstand in Oberösterreich und verglichen meine Leistungskurve mit der einer anderen KTM RC390. Dabei kam raus, dass mein Bike 7 PS Maximalleistung weniger hat, als das andere und einen Abfall in der Leistungskurve. Als wir das erfuhren, war die Welt wieder in Ordnung und ich war einfach nur übergliücklich!

Saisons Highlight auf dem Sachsenring

Nach der erfreulichen Nachricht freute ich mich enorm auf das anschließende Wochenende am Sachsenring vom 10. – 12.7. 2015 im Rahmen der Moto GP (Weltmeisterschaft). Nach der Ankunft am Donnerstag, bei der wir gleich in die Moto GP Atmosphäre eintauchten, fanden Mechaniker Papa und Onkel das Problem. Die Benzinpumpe hatte einen Fehler. Sie tauschten sie aus und ich wurde sehr motiviert, da ich jetzt zeigen konnte, was ich wirklich drauf habe, da mein Bike nun konkurrenzfähig sein sollte.

Ich gab im ersten Quali gleich Alles und landete dabei gleich zweimal im Kiesbett (ich fiel allerdings nicht runter). Ich war noch nicht ganz zufrieden und legte im zweiten Quali noch einen drauf, holte nochmal 1.7 Sekunden raus und Stellte mein Bike auf die 11. Startposition. Ich war allerdings in der letzten Runde nochmal um 4 Zehntel schneller, wurde aber in der letzten Kurve aufgehalten. Nun war ich endlich einmal richtig zufrieden und konnte stolz auf mich sein.

Im Rennen nahm ich mir die Top Ten vor und gab gleich richtig Gas. Der Start war in Ordnung und dann konnte ich mich gleich nach vor kämpfen. Ich konnte schneller fahren als die beiden vor mir, welche auch schon ganz vorne waren, was mich riesig gefreut hat. Ich überholte sogar einen von ihnen, verlor allerdings nach einer nicht ganz fairen Aktion eines niederländischen Gaststarters wieder vier Positionen. Dann brach für den Rest des Rennens der Zweikampf mit Luka Finkl um die 10. Position an, welchen ich in der letzten Runde um 0.014 Sekunden gewann. Nachdem noch ein Fahrer vor mir disqualifiziert wurde, fuhr ich auf den 9. Platz.

Ich bin überglücklich mit diesem Ergebnis, obwohl noch etwas mehr drin gewesen wäre, weil ich dort abgedrängt wurde und zurückfiel. Aber jetzt lebt mein Traum vom ganz vorne mitfahren wieder und ich bin nicht mehr weit von der Spitze entfernt. Jetzt habe ich einmal eine kurze Sommerpause und im August geht es in Assen weiter, wo ich alles geben werde um noch weiter nach vorne zu fahren.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank für die Unterstützung und die Geduld, wegen der schlechten Ergebnisse. Das war ein wichtiger Schritt und ich werde weiter hart dran bleiben, um noch bessere Resultate einzufahren.

Jan#55

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